Deutschland gilt im europäischen Vergleich oft als das Land der Discounter. Aldi, Lidl und Penny haben das Preisbewusstsein der Deutschen geprägt. Doch wer denkt, dass man bei den ohnehin schon kalkulierten Preisen im Supermarkt, in der Drogerie oder beim Online-Shopping nicht noch mehr herausholen kann, der irrt sich gewaltig. Das Zauberwort heißt: Couponing.
Während das extreme Couponing, wie man es aus US-amerikanischen Fernsehserien kennt, in Deutschland aufgrund strengerer Gesetze (wie dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) in dieser Form nicht möglich ist, lässt sich dennoch eine Menge Geld sparen. Mit der richtigen Strategie, den passenden Apps und Plattformen wie Couponio können Sie Ihre monatlichen Ausgaben spürbar senken. In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um in Deutschland zum Coupon-Profi zu werden.
1. Die Coupon-Landschaft in Deutschland: Ein Überblick
Bevor Sie mit dem Sammeln beginnen, ist es wichtig zu verstehen, welche Arten von Coupons es in Deutschland gibt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:
- Hersteller-Coupons: Diese werden direkt von den Marken (z. B. Nestlé, Procter & Gamble, Henkel) herausgegeben. Sie sind meistens in verschiedenen Supermärkten und Drogerien einlösbar.
- Händler-Coupons: Diese Rabatte sind an ein bestimmtes Geschäft gebunden (z. B. 10 % auf den gesamten Einkauf bei Rossmann oder ein spezifischer Rabatt bei REWE).
- Online-Gutscheincodes: Diese bestehen meist aus einer Zahlen- oder Buchstabenkombination, die beim Bezahlvorgang im Internet eingegeben wird.
- Cashback-Aktionen: Hier kaufen Sie das Produkt zuerst zum vollen Preis und erhalten das Geld (oder einen Teil davon) nach dem Hochladen des Kassenbons zurück.
2. Der Klassiker: Coupons auf Papier
Auch im digitalen Zeitalter ist der Papier-Coupon in Deutschland nicht totzukriegen. Sie finden ihn an verschiedenen Orten:
Werbeprospekte („Einkauf aktuell“)
Jedes Wochenende quellen die Briefkästen in Deutschland über. Was viele als Altpapier abtun, ist für Coupon-Jäger eine Goldgrube. In den Prospekten von Supermärkten finden sich regelmäßig Abreiß-Coupons.
Kundenmagazine
Große Drogeriemärkte wie DM (mit dem „alverde“-Magazin) oder Supermärkte wie REWE und EDEKA legen monatlich kostenlose Kundenmagazine aus. Wer hier genau hinschaut, findet oft exklusive Rabattcoupons für bestimmte Produktlinien.
Am Regal („Gutschein-Spender“)
In vielen Supermärkten hängen kleine Spender direkt an den Produktregalen. Finden Sie dort einen Coupon für ein Produkt, das Sie ohnehin kaufen wollten, nehmen Sie ihn einfach mit und zeigen ihn an der Kasse vor.
3. Die digitale Revolution: Coupon-Apps und Webseiten
Der bequemste Weg, um in Deutschland zu sparen, führt über das Smartphone. Nahezu jeder große Einzelhändler hat mittlerweile eine eigene App, die das Einkaufen revolutioniert hat.
Die Apps der Lebensmitteleinzelhändler
- Lidl Plus & Aldi App: Wer bei den Discountern einkauft, kommt an den Apps nicht vorbei. Lidl Plus bietet wöchentlich wechselnde Gratis-Produkte oder prozentuale Rabatte auf bestimmte Warengruppen.
- REWE & EDEKA: Diese Apps bieten nicht nur digitale Coupons, sondern verknüpfen diese oft direkt mit den Kundenbindungsprogrammen. Ein Klick in der App genügt, und der Coupon ist auf der Kundenkarte aktiviert.
Drogeriemärkte: Die wahren Spar-Paradiese
In Deutschland lässt sich besonders bei Drogerieartikeln (Make-up, Waschmittel, Babynahrung) extrem viel Geld sparen.
- Rossmann App: Rossmann ist berühmt für seine „10 % auf alles“-Coupons, die regelmäßig in der App erscheinen. Das Beste daran: Diese Coupons lassen sich oft mit Produkt-Coupons der Hersteller kombinieren.
- Dm-App („Mein dm“): Auch dm bietet in seiner App personalisierte Coupons sowie Mehrfach-Punkte für das Payback-System an.
4. Clever kombinieren: Die Königsdisziplin des Sparens
Wer wirklich das Maximum aus seinen Coupons herausholen möchte, muss lernen, verschiedene Sparsysteme miteinander zu kombinieren. In der Fachsprache wird dies oft als „Stapeln“ (Stacking) bezeichnet. Ein typisches Szenario im deutschen Einzelhandel sieht so aus:
- Das Produkt ist im Angebot: Kaufen Sie Markenprodukte möglichst nur dann, wenn sie ohnehin im wöchentlichen Prospekt reduziert sind (z. B. ein Waschmittel für 3,99 € statt 5,99 €).
- Nutzen Sie einen Hersteller-Coupon: Suchen Sie nach einem Coupon für genau dieses Produkt (z. B. 1,00 € Rabatt beim Kauf von zwei Packungen).
- Nutzen Sie einen Filial-Gutschein: Lösen Sie zusätzlich den 10 %-App-Coupon des Marktes ein.
- Punkte sammeln: Scannen Sie Ihre Payback- oder DeutschlandCard, idealerweise mit einem Aktivierungscoupon für 5-fache oder 10-fache Punkte.
Durch diese Kombination sinkt der tatsächliche Endpreis oft um mehr als 50 % gegenüber dem regulären Ladenpreis.
5. Online-Shopping: Kein Einkauf ohne Gutscheincode
Während im stationären Handel Papier und Apps dominieren, regieren im Internet die Gutscheincodes. Wer heute online Kleidung, Elektronik oder Tiernahrung kauft, ohne vorher nach einem Rabattcode zu suchen, verschenkt bares Geld.
Plattformen wie Couponio haben sich darauf spezialisiert, diese Suche zu vereinfachen. Anstatt stundenlang das Netz nach funktionierenden Codes zu durchforsten, finden Verbraucher dort eine tagesaktuelle Übersicht über Rabatte, Gratis-Versand-Aktionen und exklusive Deals für hunderte von deutschen Online-Shops.
Ein Pro-Tipp für das Online-Shopping: Abonnieren Sie die Newsletter Ihrer Lieblings-Shops. Sehr viele Online-Händler in Deutschland gewähren einen Sofort-Rabatt von 10 % oder einen festen Euro-Betrag (z. B. 5 € oder 10 €) auf die nächste Bestellung, wenn Sie sich für deren Newsletter anmelden. Diese Codes lassen sich hervorragend mit den Angeboten auf Gutscheinportalen abgleichen.
6. Kundenbindungsprogramme: Payback und DeutschlandCard
In Deutschland kommt man an zwei gigantischen Bonussystemen nicht vorbei: Payback und DeutschlandCard. Diese Programme funktionieren im Grunde wie eine Währung. Für jeden ausgegebenen Euro erhalten Sie Punkte.
- Payback ist der Marktführer. Partner sind unter anderem REWE, Penny, dm, Alnatura, Aral und Amazon.
- DeutschlandCard wird vor allem bei EDEKA, Netto Marken-Discount und Esso genutzt.
Wie optimiert man das Punktesammeln? Die Basis-Punkte (meist 1 Punkt pro 2 Euro Umsatz) bringen relativ wenig Rendite (entspricht ca. 0,5 % Rabatt). Der Schlüssel zum Erfolg sind die sogenannten „eCoupons“. Vor jedem Einkauf sollten Sie in der Payback- oder DeutschlandCard-App die Coupons aktivieren. Ein „15-fach Punkte auf den gesamten Einkauf“-Coupon verwandelt einen normalen Wocheneinkauf im Wert von 100 Euro schnell in ein Punktepolster im Wert von 7,50 Euro. Diese Punkte können Sie sich später bar aufs Bankkonto auszahlen lassen, gegen Einkaufsgutscheine eintauschen oder direkt an der Kasse mit dem Einkauf verrechnen.
7. Cashback: Geld zurück nach dem Einkauf
Eine immer beliebtere Methode in Deutschland ist das Prinzip „Cashback“. Hierbei handelt es sich um eine Form des Couponings, die komplett nach dem Kauf stattfindet. Bekannte Apps in diesem Bereich sind scondoo oder Coupons.de.
Das Prinzip ist denkbar einfach:
- Sie sehen in der App, für welche Produkte es aktuell Cashback gibt (z. B. „Käse der Marke X kaufen und 0,80 € zurückbekommen“).
- Sie gehen in ein beliebiges Geschäft und kaufen das Produkt.
- Sie fotografieren den Kassenbon mit Ihrem Smartphone und laden ihn in der App hoch.
- Nach erfolgreicher Prüfung wird Ihnen der Betrag auf Ihrem In-App-Konto gutgeschrieben und kann ab einer bestimmten Schwelle auf Ihr Bankkonto überwiesen werden.
Besonders attraktiv sind die sogenannten „Gratis Testen“-Aktionen. Hersteller nutzen diese oft bei Produkteinführungen. Sie kaufen das Produkt, laden den Kassenbon auf der Aktionswebseite des Herstellers hoch und erhalten den vollen Kaufpreis zurückerstattet.
8. Wichtige Regeln und „Knigge“ für Coupon-Nutzer in Deutschland
Damit das Sparen an der Kasse reibungslos funktioniert und nicht in Frust umschlägt, sollten Sie ein paar länderspezifische Regeln beachten:
- Das Kleingedruckte lesen: Deutsche Coupons sind oft sehr spezifisch. Achten Sie auf das Ablaufdatum, die geforderte Abnahmemenge (z. B. „Gültig beim Kauf von 2 Produkten“) und darauf, ob bestimmte Sorten ausgeschlossen sind.
- Freundlich bleiben: Nicht jeder Kassierer und jede Kassiererin ist perfekt im Umgang mit Coupons geschult. Wenn ein Coupon nicht scannt, bleiben Sie ruhig. Oft hilft es, den Coupon noch einmal flach hinzulegen oder die Helligkeit des Smartphone-Bildschirms zu erhöhen.
- Ablauf an der Kasse organisieren: Legen Sie Papier-Coupons am besten direkt zusammen mit den dazugehörigen Produkten aufs Band oder weisen Sie die Kassenkraft vor dem Scan-Vorgang darauf hin, dass Sie digitale Coupons nutzen möchten.
Fazit: Drastische Ersparnisse sind möglich
Das Einkaufen in Deutschland muss nicht teuer sein. Wer die Augen offenhält, Prospekte nutzt, die Apps der Händler installiert und vor jedem Online-Einkauf Plattformen wie Couponio nach den neuesten Codes durchsucht, kann seine Haushaltskasse massiv entlasten.
Es erfordert anfangs ein wenig Disziplin und Organisation, die verschiedenen Rabatte, Kundenkarten und Cashback-Aktionen aufeinander abzustimmen. Sobald man jedoch den Dreh raus hat und sieht, wie der Endbetrag auf dem Kassenbon schrumpft, entwickelt sich das clevere Couponing schnell zu einem lohnenden und unterhaltsamen Hobby. Fangen Sie klein an der nächste Einkauf bietet garantiert schon die erste Gelegenheit zum Sparen!
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