Auf deutschen Autobahnen im Sommer ist der Anblick kaum zu übersehen: Wohnwagen und Wohnmobil-Anhänger, so weit das Auge reicht. Der Camping-Trend, der während der Pandemie einen ersten Schub bekam, hat sich längst nicht abgeschwächt – im Gegenteil. Immer mehr Familien und Paare entscheiden sich für den eigenen Wohnwagen statt Flugreise, und damit rückt eine Frage in den Vordergrund, die viele erst beim Kauf realisieren: Reicht der normale Führerschein eigentlich aus?
Fahrschulen wie in7days in Baden-Baden und Bühl beobachten diese Entwicklung ebenfalls und berichten von spürbar mehr Anfragen zur Anhänger-Ausbildung in den letzten Jahren.
Die Grenze, die viele überrascht
Wer seinen Führerschein der Klasse B nach dem 19. Januar 2013 gemacht hat, darf Fahrzeugkombinationen aus Auto und Anhänger nur bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm führen. Ein größerer Wohnwagen zusammen mit einem entsprechend schweren Zugfahrzeug übersteigt diese Grenze schnell – und genau an diesem Punkt scheitern jedes Jahr etliche frisch gekaufte Gespanne noch vor der ersten Urlaubsfahrt.
Die Lösung dafür ist die Führerscheinklasse BE, die es erlaubt, deutlich schwerere Anhänger-Kombinationen zu ziehen. Wer plant, regelmäßig mit einem größeren Wohnwagen, einem Pferdeanhänger oder einem schweren Bootstrailer unterwegs zu sein, kommt an dieser Erweiterung in der Regel nicht vorbei.
Wer sich für die Erweiterung interessiert
Die Zielgruppe für den Anhänger-Führerschein hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Früher fragten vor allem Landwirte oder Gewerbetreibende nach der Klasse BE. Heute sind es zunehmend:
- Familien, die sich einen größeren Wohnwagen für den Jahresurlaub angeschafft haben
- Pferdebesitzer, die ihre Tiere regelmäßig zu Turnieren transportieren
- Bootsbesitzer, die ihr Boot selbst zum Hafen oder See ziehen möchten
- Handwerker und Kleinunternehmer, die schwerere Anhänger für Werkzeug und Material benötigen
So läuft die Ausbildung praktisch ab
Anders als oft vermutet, ist der Erwerb der Klasse BE kein aufwändiges Zusatzprojekt. Da die Theorieprüfung bereits mit der Klasse B abgedeckt ist, konzentriert sich die Ausbildung fast ausschließlich auf die praktische Fahrpraxis mit Anhänger – Rangieren, Kurvenfahrten und das sichere Bremsverhalten eines Gespanns stehen im Mittelpunkt. Diese Erweiterung richtet sich gezielt an Fahrschüler, die bereits einen Pkw-Führerschein besitzen und ihn um die Anhängerberechtigung ergänzen möchten.
Branchenverbände der Caravaning-Industrie berichten seit Jahren von stabil hohen Zulassungszahlen bei Wohnwagen und Wohnmobilen in Deutschland. Solange dieser Trend anhält, dürfte auch die Nachfrage nach der Führerscheinklasse BE weiter wachsen – schließlich nützt der schönste Wohnwagen wenig, wenn er am Ende in der Einfahrt stehen bleibt, weil der passende Führerschein fehlt. Wer sich genauer über Ablauf, Voraussetzungen und Dauer dieser Ausbildung informieren möchte, findet die wichtigsten Details im Bereich Klasse BE.
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